SV Ambergau Bockenem Das Jahr 2025 markiert für den Frauenfußball im Ambergau einen Wendepunkt, sportlich, struk- turell und emotional. Was als starke Rückrunde der SG Bockenem/Ambergau begann, endete im Sommer in einer Fusion. Aus zwei Abteilungen wurde eine Einheit: Der neue SV Ambergau Bo- ckenem auch im Frauenfußball. Rückrunde 2024/2025: Eine Mannschaft festigt sich und schreibt Pokalgeschichte Die SG Bockenem/Ambergau ging nach einem überzeugen- den 1:0-Auswärtssieg beim TSV Limmer II Ende November auf einem starken vierten Tabellenplatz in die Winterpause. Eine Hinrunde, die zeigte: Diese Mannschaft gehört mittlerweile zu den stabilsten Kräften der Landesliga Hannover. Trainer Marcel David nutzte die Wintermonate intensiv. Nach den ersten Einheiten in der Hilsoccer Arena und einem fordernden Spinningblock begann am 14. Februar das Trai- ningslager in Haltern am See. Die Mischung aus Grundlagenar- beit, Teambuilding und taktischer Schärfung legte den Grund- stein für eine selbstbewusste Rückrunde. Am 9. März startete das Team im Bezirkspokal gegen Ein- tracht Bückeberge in die Pflichtspiele. In den folgenden Wo- chen warteten schwere Gegner: der 1. FFC Hannover, Heiligen- felde, die starken Hannoveraner Mannschaften aus Bothfeld und der Eintracht sowie Sarstedt und Neustadt. Besonders im Pokal sorgte das Team für Aufsehen. Nach starken Auftritten erreichte die SG sogar das Pokalfinale am 15. Juni in Volkers- heim, ein Höhepunkt der Saison, der eindrucksvoll bestätigte, wie viel Entwicklung in dieser Mannschaft steckt. Zwar verlor man dieses gegen den 1.FC Sarstedt, doch das Erlebnis war dem Team nicht mehr zu nehmen. In der Liga zeigte die SG konstant gute Leistungen, hielt den Kontakt zu den Topteams und festigte den Platz im oberen Tabellenbereich. Entscheidend war nicht nur die spielerische Qualität, sondern die Breite des Kaders. Von erfahrenen Füh- rungsspielerinnen bis zu jungen Talenten, die immer mehr Ver- antwortung übernahmen. Sommer 2025: Fusion, Trainerwechsel und der Start in ein neues Kapitel Der Sommer brachte eine Zäsur, die größer kaum hät- te ausfallen können: Die Abteilungen aus Ambergau/ Volkersheim und Bockenem schlossen sich zusammen, der neue SV Ambergau Bockenem war geboren. Ein Zu- sammenschluss, der nicht nur organisatorisch Sinn er- gab, sondern auch sportliche Ressourcen bündelte und die langfristige Entwicklung der Region stärken soll. Während Trainer Marcel David in die Oberliga nach Eintracht Northeim wechselte, übernahm Mathias Dorn, zuletzt selbst in der Oberliga beim PSV GW Hildesheim, die Verantwortung für die neue Mannschaft. Zwei Neuzugänge verstärkten das Team: Pia Ehelechner (Wohldenberg) und Jana Kahle (Petershütte). Sie ergänzten einen ohnehin ambitionierten Kader, der bereits in der Vor- bereitung zeigte, welches Potenzial in ihm steckt. Drei Test- spiele, drei Siege: 3:1 gegen Oberligist Wendessen, 2:0 gegen Landesligist Broistedt II und 2:1 gegen Eintracht Hahle. Früh war erkennbar, dass Dorn und die Spielerinnen schnell zusam- menfinden. Starkes Auftreten in Liga und Pokal: Der SV Am- bergau Bockenem setzt ein Ausrufezeichen Der Saisonauftakt der neuen Landesliga-Spielzeit zeigte direkt beide Seiten des jungen Teams: eine unnötige 1:3-Heim- niederlage gegen Aufsteiger Weyhe, gefolgt von einem kämp- ferischen 2:1-Auswärtssieg in Bückeberge. Es war ein typischer Start in eine Saison, in der sich Abläufe erst finden mussten. Doch dann begann der Lauf: Pokalerfolg in Groß Munzel, ein souveränes 3:0 in Gehrden und ein starker 4:1-Heimsieg gegen Limmer II, gefolgt von einem beeindruckenden 5:1 beim SC Deckbergen-Schaumburg. Spätestens da war klar: Dieses Team hat das Potenzial, im oberen Drittel der Liga mitzuspie- len. Das 1:1 gegen Tabellenführer Eintracht Hannover am 5. Ok- tober fühlte sich fast wie ein Sieg an. Im Pokal scheiterte Am- bergau zwar im Elfmeterschießen am 1. FFC Hannover, doch die Leistung zeigte, dass man auch mit den stärksten Teams der Liga mithalten kann. Der November brachte weitere wichtige Punkte: 2:1 gegen Okel, 2:1 in Bröckel und ein deutlicher 4:0- Sieg gegen Wacker Neustadt. Erst am 30. November bremste der 1. FFC Hannover den Lauf des Teams im Spitzenspiel. Aktuell steht der SV Ambergau Bockenem auf Platz drei, nur drei Punkte hinter dem Relegationsrang. Paula Breinig führt mit fünf Treffern die interne Torjägerinnenliste an und zeigt, wie wichtig sie für das Offensivspiel ist. Dorn zu der Hinrunde: " Wir haben eine starke Vorbereitung gespielt und sind dabei ungeschlagen geblieben. Am ersten Spieltag gerie- ten wir kurz ins Straucheln, doch anschließend starteten wir eine beeindruckende Serie von acht Spielen ohne Niederlage. Selbst die unglückliche Niederlage im letzten Spiel kann die- se Leistung nicht trüben. Mit der aktuellen Situation sind wir höchst zufrieden." Ein spielfreudiger Jahresabschluss und ein Blick nach vorn Zum Abschluss des Jahres steht mit dem Timm-Metall- bau-Cup ein eigenes Hallenturnier an. Hochkarätig besetzt, unter anderem mit Oberligisten wie Sarstedt, Rodenberg und dem HSC Hannover. Der SV Ambergau Bockenem hat 2025 sportlich überzeugt, strukturell geprägt und den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Aus einer starken Rückrunde der alten SG ist ein neuer, selbstbewusster Verein entstanden, der in der Lan- desliga nicht nur mithält, sondern oben angreifen kann. 2026 verspricht, ein Jahr zu werden, in dem sich entschei- det, wie hoch der Weg dieses Teams führen kann und wie fest sich der SV Ambergau Bockenem langfristig im Spitzenbereich der Liga etabliert. Bekommen wir bald einen dritten Hildeshei- mer Oberligisten? 37